Jedes Ende ist ein neuer Anfang

09.11.2017

Jetzt heißt es Abschied nehmen. Heute war unser letzter Programmtag in Japan. Wir durften einen Blick hinter die Kulissen der sportlichen Vorbereitungen für Tokio 2020 werfen. Im Nationalen Trainingszentrum (NTC) staunten wir nicht schlecht über das Gebäude mit Hallen für Basketball, Handball, Tischtenns, Judo, Turnen und weitere in drei Stockwerken.

Ein wichtiger Baustein des Fachkräfteaustauschs ist das Auswertungsgespräch am Ende der Reise mit Vertretern der JJSA. Wir berichteten den hauptberuflichen Geschäftsführern unsere Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir im Rahmen der Studienreise zum Thema „Soziale Vielfalt im Sport“ gewonnen hatten.

Die Delegation wies auf folgende Punkte hin:
Gewalt und Belästigung darf es im Sport nicht geben und das Recht auf einen gewaltfreien Sport sollte weiterhin mit besonderer Intensität weltweit im Sport vermittelt werden. Inklusive Sportangebote sollten weiterentwickelt werden und Sport für Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam möglich sein. Auch in der Schule. Gerade Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien, können bisher keine Fördergelder in Japan beantragen. Diese Zielgruppe für den Sport zu gewinnen ist aber eine elementare Aufgabe. Das trifft auch auf die Förderung von Bewegung und Sport bei Mädchen zu, die bisher im Vergleich zu Jungs schwächer im japanischen Sport vertreten sind. Insbesondere die traditionellen Budosportarten stehen für den Respekt untereinander unabhängig von sozialer Herkunft. Hier könnte ein Schlüssel liegen, um die Vielfalt im japanischen Sport mehr zu stärken.

Für zukünftige Fachkräfteaustausche schlägt die Delegation Themen vor wie z.B.  Mädchen und Frauen im Sport, Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Sport.

Insgesamt bedankten wir uns für diesen sehr gelungenen Austausch, der besonders gut organisiert war. Vor allem auch die Herzlichkeit mit der wir überall und vor allem von den Gastfamilien aufgenommen wurden, hat uns sehr bewegt. Acht Personen unserer Delegation waren noch nie in Japan, sie werden aber sicherlich wieder kommen.


Gewalt im Sport – Nein Danke!


Austausch im Seminar zu Gewalt und Belästigung im Sport, Foto: Heike Thiel

08.11.2017

Nachdem wir uns am 7.11.2017 aus Tsu und von unseren Gastfamilien mit nicht ganz trockenen Augen verabschiedet hatten, kamen wir nachmittags zurück in Tokio an. Nach einem freien Abend standen hier noch einmal zwei relevante Programmpunkte für den vorletzten Tag an. Zunächst traten wir in den Austausch mit Akishige Takada von der Japan Sport Agency, einer Abteilung im Bildungsministerium. Die Japan Sport Agency wurde 2015 gegründet und ist für die Entwicklung des Schulsports zuständig. Es wurde deutlich, dass die Schulsport AGs aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen, fehlender geeigneter Trainer/innen, geringer Partizipation von Mädchen und auch körperlicher Gewalt von den dort eingesetzten Lehrer/innen vor besonderen Herausforderungen für die Zukunft steht. Aus der Perspektive der deutschen Delegation wäre es ein wichtiger Schritt, wenn die Schule sich für die Kooperation mit Sportvereinen öffnet, um diese Herausforderungen zu meistern.

Um körperliche Gewalt ging es auch am Nachmittag. Wir besuchten an der japanischen Sporthochschule ein Seminar von Prof. Saori Nambu zum Thema Gewalt und Belästigung im Schulsport. Unsere Delegation konnte den Studierenden sowohl die Strukturen des organisierten Sports in Deutschland näher bringen, als auch gemeinsam mit ihnen über einen gewaltfreien Sport diskutieren. Es hat uns sehr bewegt, dass Studierende uns von körperlicher Gewalt durch Trainer/innen berichteten bzw. die sogenannte körperliche Züchtigung teilweise noch als geeignete Erziehungsmethode im Leistungssport von den jungen Menschen angesehen wird.

Abschließend besuchten wir das Kendo, Judo und auch Trampolin Training. Ein Teil unserer Delegation lebte hier noch einmal seine sportliche Seite aus.


Eine Kerze – Tausend Lichter


Kurze Entspannung für die Delegation beim Motorbootausflug vor der Küste von Tsu, Foto: dsj

06.11.2017

Am Morgen besichtigten wir das Meeressportzentrum Isewan mit seinem großen Yachthafen. Uns begrüßte der Verwaltungsdirektor XX. Während wir im Seminarraum eine Einführung in die Aktivitäten des Meeressportzentrums bekamen, trainierte eine Schul AG für Segeln bereits im Hafenbecken. Wie bereits kennen gelernt, trainiert auch diese AG leistungsbezogen und die Schüler/innen wollen beim nationalen Sportfest in der Präfektur Mie 2021 natürlich den ersten Platz belegen. Ein breitensportliches Angebot wird nicht direkt angeboten, jedoch können Schulklassen hier Bootevents für wenig Geld buchen und es werden auch Schnupperkurse für Kinder und Jugendliche für 1000 Yen die Stunde angeboten. Auch für Kinder mit Gehbehinderung gibt es dort Boote, die Rollstuhl geeignet sind.

Auf die Frage, ob das Meeressportzentrum sich im Umweltschutz engagiert, wurde uns von einer alljährlich organisierten Müllsammelaktion am Strand berichtet. Bei einer kleinen Bootstour ließen wir uns anschließend die Sonne ins Gesicht scheinen und genossen den Blick auf den Strand der Stadt Tsu.

Beim anschließenden Besuch des Senjuji Tempels genossen wir einmal mehr die Ruhe und Spiritualität einer heiligen Stätte. Eine Erklärung zur Idee des Buddhismus ist uns bei den Erläuterungen des geistlichen Mitarbeiters des Tempels in Erinnerung geblieben: Wenn ich mit meiner Kerze 1000 andere Kerzen anzünde, bedeutet das nicht, dass meine Kerze am Ende ein schwächeres Licht hat.

In der Altstadt Ishinden Jinaicho vor den Toren des Tempels besuchten wir die Weberei Usui Menpu, die mit hundert Jahre alten Webmaschinen Baumwollstoffe produziert. Nachhaltig und regional. Japan kann also doch mehr als Plastiktüten.

Unser letzter Programmpunkt hatte es dann nochmal in sich. Ein Paradebeispiel für einen gelungenen Fachkräfteaustausch. Wir bekamen die Möglichkeit in einer Schule für Kinder und Jugendliche mit Hörbehinderung (im Alter von 3 bis 20 Jahren) Inklusion im Sport zu leben. Die Schule existiert seit 1919 und hat derzeit 99 Schüler/innen und 100 Lehrkräfte. Die Klassen bestehen aus 3-5 Schüler/innen und werden von 1 Lehrkraft sowie 2 Assistent/innen betreut. Die Schule bietet vier sportliche AGs an: Volleyball, Leichtathletik, Tischtennis und Nordic Walking. Bei unserem Besuch der Volleyball-AG konnten wir viele Fragen zum Umsetzungsstand der Inklusion in Japan stellen. Scheinbar hat Japan im Vergleich zu Deutschland hier noch großes Entwicklungspotenzial. Bei einem gemeinsamen Volleyballmatch wurde das Studienthema „Soziale Vielfalt im Sport“ des Fachkräfteaustauschs lebendig. Sport verbindet, Sport spricht eine Sprache und Sport macht glücklich.

Ein Sporttempel namens Saorina


Die "Saorina" in Tsu, Foto: Heike Thiel

04.11.2017

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verließen wir Nagano, um neue Erfahrungen in der Präfektur Mie zu sammeln. Wie arbeitet die Sportjugend dort und wie werden wir das Studienthema „soziale Vielfalt“ dort erfahren?

Bei der Ankunft in Tsu werden wir mal wieder herzlich empfangen und direkt in das große Gemeindesportzentrum, den Budo Kodokhan Mie namens „Saorina“ gebracht. Benannt nach einer mehrfachen japanischen Olympiasiegerin im Ringen aus Tsu, Saori Yoshida. Das Zentrum bietet alles was das Budoherz begehrt und noch viel mehr wie z.B. auch ein 25m-Schwimmbad, ein kleiner Tanzsaal, eine Zen-Bogenschießanlage und eine riesige Sporthalle für Wettkämpfe aller Art. Hier trainieren auch Menschen mit Hörbehinderung.

Ganz besonders geehrt fühlten wir uns von dem Empfang beim sportbegeisterten Bürgermeister der Stadt Tsu. Ihm ist es wichtig, dass Menschen von Nah und Fern in die Saorina kommen, um sich sportlich zu betätigen. Zum Beispiel wird auch in Zusammenarbeit mit dem Sozialbüro ein besonderes Programm für Senioren zur Bewegungsförderung angeboten. Wichtig sei es ihm, dass viele Kinder und Jugendliche zu den Wettkämpfen mit ihren Familien in die Stadt kommen und die Stadt kennen lernen. Gerne will er Gastgeber für die Vorbereitung der Teams im Hinblick auf Tokio 2020 sein.  

Beim anschließenden Austausch mit den ständigen Vorstandsmitgliedern der Sportjugend Tsu haben wir uns über aktuelle Entwicklungen in den Sportjugendgruppen ausgetauscht. Leider werden in den Schulen hier nicht alle Sportarten als AGs angeboten, sodass z.B. Kinder mit Eintritt in die Junior Highschool oft mit Karate aufhören. Wir ermutigten unsere japanischen Freunde, dass sie gemeinsam mit den Schulen nach Lösungen für das Problem suchen. Das Interesse war auf beiden Seiten sehr groß, aber die Zeit wie immer zu kurz. Aber wir bleiben ja noch ein paar Tage. Übernachtet wird übrigens in neun Gastfamilien, sodass wir nun den Alltag einer japanischen Familie kennen lernen dürfen.


Auch Sushi Rollen können Zug fahren


Die Delegation wir in die Budo Kampfsportart Naginata eingeführt, Foto: Heike Thiel

03.11.2017

Heute war Feiertag in Japan. Am Tag der Kultur wird der Geburtstag des Kaisers Meiji, Urgroßvater des jetzigen Kaisers gefeiert.  Er war derjenige der das Land wieder für Ausländer geöffnet hat.  

Am Morgen besichtigten wir die Burg Matsumuto. Anlässlich des Feiertags gab es auf den Wiesen an der Burg Kendo Wettkämpfe von Kindern und Jugendlichen sowie traditionelle Tanzaufführungen von jung und alt.

Unser nächster Stopp war der Besuch einer Sportjugendgruppe in der Gemeinde Sakaki. Dort lernten wir den Schwertkampf Naginata kennen. Eine Budo-Sportart, die ursprünglich nur für Frauen geöffnet war, die aber mittlerweile auch von Jungen und Männern betrieben wird.   

Anschließend haben wir die Olympic Memorial Arena M-Wave in Nagano besucht. Nagano war 1998 Ausrichter der Olympischen Winter Spiele. Den Namen „M-Wave“ bekam die Halle aufgrund der Silhouette der umliegenden Berge sowie der  Deckenverkleidung die wie ein M aussieht.

Besonders begeistert war die Delegation von der Tatsache, dass die 400 Meter Eislaufbahn weiterhin in Betrieb ist und  von Schulen, Leistungsgruppen (Eiskunstlaufen, Eishockey und Eisschnelllauf) sowie der Öffentlichkeit genutzt wird. Im Rahmen von AG’s  kommen z.B. Grundschulen wöchentlich zum Eislaufen. 

Die Olympic Memorial Arena M-Wave ist ein schönes und beindruckendes Beispiel wie Sportstätten, im Gegensatz zu anderen Ländern,  auch nach den Olympischen Spielen nachhaltig und effektiv genutzt werden können.

Am Abend lud uns der 2. Vorsitzende der Sportjugend Nagano zum Laufband-Sushi-Essen ein. Der Tischrekord lag am Ende bei 50 Tellerchen plus diverse Nachtischteller. Es war eine wahre Freude die vielen liebevoll hergerichteten Reisröllchen anzusehen und zu verzehren, die sogar extra auf einem Miniaturzug direkt aus der Küche zu unseren Tischen gefahren wurden. Das gemeinsame Abendessen war ein gelungener Abschluss für unseren dritten und letzten Tag in Nagano.

Nach dem beindruckenden Abendessen ließ die Gruppe den Abend mit einem zwei stündigen Besuch in einer Karaoke Bar ausklingen.


„Bier, Michael Schumacher und Frankfurt“


Kai und Elena freuen sich über die leckeren Äpfel aus Nagano, Foto: dsj

02.11.2017

Einen bleibenden Eindruck hat heute der Besuch einer japanischen Apfelplantage eines Kleinbauers und im übrigen ehemals Basketballspielers hinterlassen. Hier konnten wir mehr über den für die Region Nagano so bekannten Apfelanbau erfahren. Er erklärte uns, dass die Obstbäume in Japan größer wachsen dürfen als in Deutschland und auch dass man hier die Äpfel doppelt so groß werden lässt. Das hat auch damit zu tun, dass man sich von den importierten Waren abgrenzen möchte. Bei strahlendem Sonnenschein testeten wir die verschiedenen Sorten, diskutierten über die Entwicklung der Landwirtschaft und pflückten zuletzt ein paar Äpfel für unsere weitere Reise.

Angekommen in der Junior Highschool, empfängt uns der stellvertretende Direktor der Schule. Wenn er an Deutschland denke, fallen ihm drei Sachen ein: Bier, Michael Schumacher und Frankfurt. Mit dieser Ansage hatte er die Lacher auf seiner Seite und sich gleich mal ein spezielles Gastgeschenk aus Frankfurt verdient.

In Japan wählen die Jugendlichen Schul-AGs aus, an denen sie morgens vor dem Unterricht oder nachmittags teilnehmen. Neben Basketball, Kendo und Volleyball haben die Schülerinnen und Schüler auch die Möglichkeit Schwimmen, Baseball, Fußball und Leichtathletik zu belegen. Zu Beginn sind die Trainer noch nicht in der Halle und die Schüler/innen beginnen das eingeübte Aufwärmprogramm selbstständig. Im Vergleich zu den bisherigen Erfahrungen in der japanischen Gesellschaft, geht es hier sehr laut zu. Gegenseitiges Anfeuern und lautes Anzählen ist hier ausnahmsweise mal erwünscht.

Die Sport AGs sind leistungsorientiert und die dort entwickelten Teams treten bei Schulwettkämpfen an. Jugendliche aus ärmeren Familien haben, so der stellv. Direktor, oft keine finanziellen Möglichkeiten, zu den Wettkämpfen zu fahren und wählen daher oft keine der angebotenen Sport-AGs aus. Hier werden viele Unterschiede zum Sportsystem in Deutschland deutlich.

Mit Blick auf unser Studienthema ist hinzuzufügen, dass die Schule momentan drei ausländische Schüler/innen hat. Diese bekommen individuelle Sprachförderung ergänzend zur normalen Teilnahme am alltäglichen Schulunterricht. Jugendliche mit leichter Behinderung können die Schule besuchen, jedoch werden Jugendliche mit schwererer Behinderung nur selten dieser Schule zugeteilt.

Erneut werden wir auch damit konfrontiert, dass es in der japanischen Gesellschaft noch keine Geschlechtergleichstellung gibt. Von 46 Lehrer/innen an dieser Highschool sind nur sieben weiblich.   

 


Aus einem Teig werden so viele Nudeln


Die selbst hergestellten Buchweizennudeln, Foto: dsj

01.11.2017

Wie sieht ein japanischer Kindergarten aus und welches Bewegungsangebot gibt es dort? Diese Frage beantwortete uns der Besuch des Yochien Kindergartens. Zunächst waren die ca. 150 Kinder noch ein wenig skeptisch als da ein paar europäische Gesichter über den Zaun auf das Gelände schauten. Am Ende jedoch gab es High-Five und viele winkende Hände.
Nachdem uns die leitende Erzieherin eine Einführung über den Kindergarten gegeben hatte und wir unsere Fragen zum Betreuungsschlüssel, bewegungsfördernden Maßnahmen und anderen Dingen los werden konnten, ging es in die kleine Allzweckhalle. Dort zeigte uns ein Sportlehrer, der vor Ort regelmäßig in den verschiedenen Altersstufen Angebote zur Bewegungsförderung macht,  wie viel Spaß eine solche Einheit auch den Erwachsenen machen kann. Trotz Sprachbarriere war das Fangspiel schnell verstanden, sodass einige unserer Fachkräfte spontan mit einsteigen konnten.

Für unser Mittagessen mussten wir dann selbst sorgen. Dazu bekamen wir einen Kurs im Herstellen von Buchweizennudeln. Unter Anleitung des Hotelchefs des Ortes und einiger weiterer Gemeindebewohner/innen, wurde der Teig mit viel Gefühl geknetet und ausgerollt. Kaum zu glauben, wie viele Nudeln daraus entstehen. Und geschmeckt hat es natürlich auch.

Die letzte Station des Tages war das Zentrum Sun Apple, eine Sport- und Reha-Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Der Geschäftsführer des paralympischen Sportverbandes der Präfektur Nagano stellte uns seine Sportorganisation vor und die Angestellten des Zentrums die Möglichkeiten, die sich hier für Menschen mit aber auch ohne Behinderung zum Sporttreiben bieten. Besonders ist, dass das Zentrum mit u.a. einer Sporthalle, einem Schwimmbad und einer Bogenschießanlage für alle Bewohner/innen des Ortes offen steht. Bereits 1998 fanden in Nagano auch die paralympischen Winterspiele statt. Mit der zukünftigen Ausrichtung der paralympischen Spiele in Tokio 2020, wünscht sich der Verband einen neuen Aufschwung für das Engagement im Bereich des Behindertensports. Wir drücken die Daumen, dass auch aus diesem "Teig" ganz viele "Nudeln" werden! 


Four Seasons - One Nagano


Zenkoji Tempel in Nagano, Foto: dsj

31.10.2017

Mit dem Schnellzug fuhren wir heute in zwei Stunden in die Stadt der Olympischen Winterspiele von 1998 – Nagano. Die viert größte Präfektur Japans ist ähnlich groß wie Schleswig-Holstein mit 2,1 Millionen Einwohner/innen. Das ist 1/6 der Bewohner/innen von Tokio. Die hier lebenden Japaner/innen haben die längste Lebenserwartung. In Nagano werden wir die kommenden 4 Tage im Regionalprogramm verbringen. Vorbei an von der Sonne angestrahlten, herbstlich eingefärbten Bergen, wuchs die Vorfreude mit jeder Minute.

Bevor wir herzlich mit einem Applaus von dem Sportbund der Präfektur Nagano und der dortigen Sportjugend empfangen wurden, besuchten wir den Zenkoji Tempel. In diesem Tempel sind alle Religionen willkommen. Wieder passend zum Motto „Unity in Diversity“. Dort wurden wir durch einen stockdunklen Gang unterhalb der Buddhastatuen geführt. Die Berührung einer metallenen Klinke dort unten, soll uns in den nächsten Tagen Glück bringen. Der Tempel hinterließ großen Eindruck und lässt uns gespannt auf die kommenden Programmpunkte in Nagano blicken.

Angekommen im Haus des Sportbundes von Nagano, stellte uns Makio Shiba, der Direktor, die regionalen Sportstrukturen vor. Themen der Diskussion waren der „Sportstätten-Sanierungsstau“, die Zusammenarbeit von Sport und Schule, Mädchenförderung sowie der Umgang mit Inklusion im Sport. Zum Abschluss zeigten uns die Vertreter einen inspirierenden Imagefilm über die Präfektur Nagano, die in jeder Jahreszeit eine Reise wert zu sein scheint. Four Seasons – One Nagano!


Unity in Diversity


Die Delegation vor den Olympia Stätten aus 1964, Foto: dsj

30.10.2017

Am heutigen Morgen machte sich bei strahlendem Sonnenschein und stürmischen Wind unsere Delegation auf den Weg zum Haus des Sports, dem ehemaligen Medienzentrum der Olympischen Spiele 1964. Heute ist das Bürogebäude direkt an der alten Olympia Halle das Zuhause vieler Sportverbände und natürlich auch der JJSA. Bald werden hier die Olympischen Spiele 2020 unter dem Motto "Unity in Diversity" eröffnet. Wenn das mal nicht zu unserem diesjährigen Studienthema "Soziale Vielfalt" passt! 

Unser sympatischer und engagierter Reiseleiter Kodai erklärte uns wie der japanische Sport organisiert ist und insbesondere was es mit der JJSA auf sich hat. Dieses Wissen können wir im anstehenden Regionalprogramm in Nagano und Mie mit den japanischen Fachkräften vor Ort noch erweitern und viele praktische Beispiele erleben. 

Während manche den freien Nachmittag für eine Sightseeing-Tour nutzten, waren unsere drei judobegeisterten Fachkräfte im Kodokan - dem weltberühmten internationalen Judo Zentrum. Hier wurden Träume neben und auf der Matte wahr! Mata Aschita (bis Morgen) in Nagano! 

Kon-nitschiwa Japan


Jan Holze mit 2. Vorsitzenden der JJSA (Foto:dsj)

29.10.2017

Das Abenteuer deutsch-japanischer Fachkräfteaustausch 2017 hat begonnen. Nach einem weitestgehend entspannten Flug, ist die deutsche Delegation heute in Tokio angekommen und hat bereits nach nur wenigen Stunden erste Eindrücke sammeln können. Zum Beispiel auch wie schwer es ist, bei strömendem Taifun-Regen möglichst mit trockenen Füßen zum Abendempfang der Japan Junior Sports Clubs Association (JJSA) zu kommen. Nämlich sehr schwer! Zum Glück zieht man im traditionellen japanischen Restaurant die Schuhe aus.

Neben der Delegation des Fachkräfteaustauschs, waren auch Jan Holze und Benny Folkmann (1. und 2. Vorsitzender der Deutschen Sportjugend) dabei. So wurde der Empfang auch genutzt, um das Jubiläum "50 Jahre Führungskräfteaustausch" zu würdigen. 
Unser Delegationsleiter Christian Conrad bedankte sich herzlich bei den anwesenden Vorständen der JJSA für den gelungenen Empfang.

Deutsch-japanischer Fachkräfteaustausch 2017


Die Delegation, Foto: dsj

Vom 28.10. bis 10.11.2017 findet der diesjährige deutsch-japanische Fachkräfteaustausch unter dem Jahresthema „Soziale Vielfalt im Sport“ statt. Die 10-köpfige Delegation wird sich hierzu in Japan über generationsübergreifende, integrative und inklusive Sportangebote, Aktionen, Konzepte, Maßnahmen und Programme informieren. In Diskussionsrunden und Vorträgen wird das Thema mit den verschiedensten Organisationen vertieft.

Die Delegation bloggt live aus Japan.