Eindrücke, Erlebnisse und Geschichten - Blogs zum 44. deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch


Das Leitungsteam v.l.n.r.: Kirsten Hasenpusch, Dieter Haug, Masako Tsuno. Hier steht das Leitungsteam vor dem Tempel Kinkaku-ji, Foto: dsj

Kirsten Hasenpusch, Dieter Haug und Masako Tsuno bilden das Leitungsteam des diesjährigen deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausches. Hier berichten sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen vor Ort.

Viele Gruppen bloggen außerdem von ihren Erlebnissen in den Regionalprogrammen. Hier geht's zu den Blogs der Gruppen:

Angekommen!


Wimpeltausch mit der JJSA während der Empfangszeremonie. v.l.n.r.: Dieter Haug, Herr Inoue, Kirsten Hasenpusch, Masako Tsuno

Samstag, 22.07.2017

Wir sind angekommen! Nach 11-stündigem Flug sind wir in Osaka gelandet. Die deutsche Delegation wurde von unserer Partnerorganisation JJSA herzlich empfangen. In Otsu am Biwa-See fand die Empfangszeremonie statt. Wir leben uns jetzt erst einmal ein und freuen auf den Programmauftakt morgen.

Das Programm am zweiten Tag: Kyoto


Die Delegation vor dem Torii (Shinto-Schrein Tor) in Fushimi Inari, Foto: dsj

Sonntag, 23.07.2017

Subtropische Temperaturen, der Gesang der Zikaden, beeindruckende Bilder und viele neue Eindrücke für die Teilnehmenden. Unsere drei Stationen in Kyoto waren Kinkaku-ji (Goldener-Pavillon-Tempel), Kiyomizu Tempel und Fushimi Inari  Schrein.
Im Reisebus erfahren wir mehr über die japanischen Kultur, Geschichte, Sitten und Gebräuche, wie zum Beispiel, wie Japaner ihre Religion ausüben oder wie man richtig auf Japanisch mit den Fingern zählt.
Am Kiyomizu Tempel, ins Deutsche übersetzt „reines Wasser Tempel“, konnten wir durch die Gassen schlendern und neue Kulinarik entdecken.
Die Delegation teilt sich jetzt in Gruppen auf und ab morgen geht es los in das Regionalprogramm in den unterschiedlichen Regionen Japans!

Das Regionalprogramm beginnt!


Der Kimono ist noch ungewohnt. Foto: dsj

Montag, 24.07.2017

Am dritten Tag des Japan-Austauschs machte sich die deutsche Delegation auf den Weg in die jeweilige Partnerregion. Dort angekommen ging es zum größten Teil in die jeweiligen Gastfamilien.
Wir reisten als erstes zu der Gruppe Mecklenburg Vorpommern in die  Saitama Präfektur. Dort wurden wir am Abend herzlich bei der Willkommensparty empfangen, zu der nicht nur die Gastfamilien der deutschen Gruppe eingeladen waren, sondern auch hochrangige Persönlichkeiten der Verwaltung. Herr Sekine, der deutschlandbegeisterte Regionalbetreuer der Aufnahmegemeinde Miyashiro zeigte sich erfreut „es ist toll, dass unsere Gemeinde nach 10 Jahren endlich wieder eine deutsche Gruppe im Rahmen des Sportjugendaustausches aufnimmt“.  Doch nicht nur bei ihm war die Begeisterung zu spüren, denn auch die Gastfamilien waren sehr glücklich mit ihren deutschen „Gastkindern“ und statteten diese bereits für die Party mit traditionellen Kimonos aus. Zudem wurden sehr zur Freude des deutschen Leitungsteams viele Leckereien der japanischen Küche aufgetischt, wie Tempura, Sushi und Yakitori.

Ein traditioneller und zeremonieller Tag in Japan


Die stolzen Jugendlichen mit ihren Ergebnissen, Foto: dsj

Dienstag, 25.07.2017

Der vierte Tag brachte bereits viel japanische Tradition mit sich. Besonders Kirsten freute sich bei ihrem ersten Japanbesuch über die vielen neuen Eindrücke. Bei dem japanischen Bogenschießen Kyudo haben die Jugendlichen und das Leitungsteam viel über Zeremonien und den Respekt im Sport gelernt. Bereits bei der Vorführung von den Kyudo Meistern waren alle sehr beeindruckt von der  gesamten Prozedur. Anschließend bekamen alle Teilnehmenden eine Einweisung  in die Sportmaterialien sowie in die Lehre des Kyudo, denn mit einem 2,20m großen Bogen aus 28m auf ein 36cm kleines Ziel zu schießen, kann sicher nicht jeder von sich behaupten. 
Beim Ausprobieren der ungewohnten Sportart hatten alle ihren Spaß und ab und an kam sogar ein sehr guter Schuss in die Nähe des Ziels. Sogar der Meister empfand viel Freude dabei uns seine Sportart und die Lehre hinter dem Kyudo näher zu bringen. Nachdem die Sportart den Jugendlichen und dem Leitungsteam viel Konzentration abverlangt hatte, ging es zur Kalligraphie.
Die traditionelle Art und Weise japanisch zu schreiben stellt eine besondere Kunst dar und zeigte uns Deutschen eindeutig Grenzen auf. Nachdem wir jedoch von einer Meisterin demonstriert bekamen wie es funktioniert, legten wir selber los und probierten uns aus. Einige Fehlversuche führten dann letztlich doch zu annehmbaren Ergebnissen, mit denen wir alle zufrieden waren. Symbole wie Frieden, Japan und Freundschaft wurden von uns und den Teilnehmenden mit viel Geduld und Hilfe der Meisterin gezeichnet. Letztlich hatten alle sehr viel Spaß bei der Kalligraphie-Stunde und durften als Dank für die gute Arbeit ihre Pinsel und anderen Werkzeuge behalten.
Abschließend durften sich die deutschen Jugendlichen sportlich in der Sport- und Schwimmhalle verausgaben, bevor sie von ihren Gastfamilien abgeholt wurden.
Das Leitungsteam fand sich später am Abend bei der Gastfamilie des Gruppenleiters Marc, Familie Shibuya, zum Essen wieder. Ebenfalls eingeladen waren die Betreuer der Region, sowie einige Mitglieder der Gastfamilien. Bei Gesang von Zikaden ging so ein schöner, lehrreicher und beeindruckender Tag in Japan zu Ende.

Ausflug in die Berge


Kreativität soweit das Auge reicht :-) Foto: dsj

Mittwoch, 26.07.2017

Früh am Morgen trafen sich die deutschen Jugendlichen und ihre Gastfamilien mit den anderen Teilnehmern im Mittelpunkt der Gemeinde Miyashiro.  Von dort aus starteten wir gemeinsam den Tag in Richtung Tanigawadake, einem Berg der japanischen Alpen. Von einem Stau auf der Autobahn ließ sich die Truppe den Spaß nicht verderben und mit etwas Geduld erreichten wir sicher den Fuß des Tanigawadake. Mit einer Gondel ging es dann hinauf zum Gipfel, wo uns viele Libellen, aber leider auch viele Wolken empfingen, sodass uns der weite Blick verwehrt blieb. Allerdings konnte nicht einmal das die gute Stimmung vermiesen-  Die deutschen Teilnehmer, das Leitungsteam und einige Gastfamilien waren bestens gelaunt und bestaunten anstatt des weiten Blicks nun die Blumenvielfalt und Insekten. Bei einem sehr traditionellen Mittagessen im Magewappa  tankte die deutsche Delegation mit ihren Familien neue Kraft und gemeinsam ging es weiter in Richtung Takuminosato, einem nachgebauten alten japanischen Dorf aus der Edo Epoche.  Dort durften wir alle zusammen klassisches japanisches Papier herstellen und unsere Kreativität unter Beweis stellen. Neben den deutschen TeilnehmerInnen halfen auch viele junge japanische Gastgeschwister bei dem Verzieren der Papiere, sodass am Ende nicht nur bunte, sondern auch typische japanische Papiere entstanden sind.

Auf dem Rückweg war dann Bingo-Time! Im Bus herrschte ausgelassene Stimmung und alle gemeinsam spielten wir eine Runde, bei der es viele tolle typische japanische Geschenke zu gewinnen gab. Kirsten gewann beispielsweise eine traditionelle Maske, die sie zur Freude der Japaner während der Busfahrt trug. Masako konnte ebenfalls gewinnen und bekam ein schönes japanisches Tuch. Zurück in Miyashiro wurden ein paar lustige Fotos geschossen, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihren Familien abgeholt wurden. Resümierend blicken wir, das Leitungsteam, positiv auf diesen Ausflugstag zurück, denn neben zahlreichen neuen Eindrücken konnten auch neue japanische Zeremonien kennengelernt werden.

Leider erwartet uns morgen der letzte Tag mit der Sportjugend MV. Morgen steht neben dem Höflichkeitsbesuch beim Bürgermeister noch der Besuch eines japanischen Gartens in Miyashiro an, bevor wir unsere Reise zur Skijugend nach Naoetsu ans Meer fortsetzen.

Abschied aus Kuki - auf nach Niigata


Eine Blüte im wunderschönen Garten der Familie Shibuya, Foto: dsj

Donnerstag, 27.07.2017

Ein letztes Mal riss uns der Wecker in Kuki aus den Träumen – und das sehr früh!
Der Höflichkeitsbesuch beim Bürgermeister in Miyashiro stand auf dem Programm. Das bedeutete, Abschied zu nehmen von der Gruppe aus Mecklenburg Vorpommern.
Doch zunächst ging es zur Gemeindeverwaltung, wo wir freundlich empfangen wurden. Nach interessanten Gesprächen über die Stadt, das Schulsystem und Sehenswürdigkeiten war es an der Zeit Sayonara zu sagen. Der Abschied von der Gruppe und dem Regionalbetreuer Herrn Sekine fiel herzlich aus und wir schossen noch ein letztes Selfie, bevor es zum Mittagessen zur Familie Shibuya ging. Dort durften wir ihr im traditionell japanischen Stil erbautes Haus sowie den dazugehörigen Garten mit vielen Bonsai-Bäumen bestaunen. 
Nach den vielen tollen Eindrücken stand ein super leckerer Aal auf dem Tisch, zu dem Beilagen aus dem eigenen Garten gereicht wurden – oishi des.

Auf der Fahrt nach Joetsu konnten wir unseren Schlaf nachholen und fanden uns in schon bald in der Präfektur Niigata wieder. Am Bahnhof wurden wir von Herrn Takahashi und Herrn Saito, dem Vorsitzenden und seinem Vize der Sportjugend Niigata erwartet. Dieter und Takahashi San kennen sich schon viele Jahre und hegen eine enge Freundschaft. Beim Verlassen des Bahnhofs staunten wir nicht schlecht über die malerische Landschaft, denn die Stadt liegt, eingerahmt von Gebirgsketten, direkt am Meer – ein ungewohnter, aber schöner Mix.
Gemeinsam fuhren wir zum Haus Ikenoya, auch „Ski Laboratory Japan“ genannt, das sich rühmen kann, den Beginn der japanischen Ski-Geschichte mitgestaltet zu haben. Seit ca. 100 Jahren werden dort nicht nur japanische Olympioniken ausgebildet, sondern dort sind auch Nationalmannschaften aus aller Welt zu Gast. Der Hausbesitzer, Herr Yokoyama, nahm uns herzlich auf und zeigte uns neben Erinnerungen wie alten Ski und Fotos auch die gewonnenen Medaillen seiner Töchter. Da Dieter seit langen Jahren im Skiverband tätig ist, fand hier auch ein intensiver Austausch in Bezug auf die Athletenausbildung statt. 


Das schönste "Peace" ist in der ersten Reihe, 4. von links, oder? Foto: dsj

Anschließend ging es für uns weiter zum Karate-Dojo von Herrn Saito, der dort Kindern die Kunst des Karate lehrt. Im Dojo wurden wir aus staunenden Kinderaugen angestarrt, bevor wir mit einem herzlichen Konichiwa der 5-8 jährigen Kids, die dort ein Training absolvierten, begrüßt wurden. 
Zu unserem Glück führten sie uns nur Katas vor und wir konnten uns live von ihrem Können überzeugen. Nach dem obligatorischen Peace-Foto mit den Kids fuhren wir ins Hotel.
Am Abend trafen wir uns erneut mit Saito San und Takahashi San zum Essen und um den Regionalbetreuer kennenzulernen. Als das Taxi abseits aller Touristikstraßen zum Halt kam, staunten wir nicht schlecht. Uns erwartete ein typisch japanisches Restaurant, das nur von Einheimischen besucht war. Wir durften „japanese stye“ auf Tatami-Matten Platz nehmen und schon begann die kulinarische Reise durch Japan. Vom Vorsitzenden der Sportjugend Niigata und Dieters Freund Takahashi San bekamen wir sehr persönliche Gastgeschenke in Form von einer Mischung aus Lyrik und Kunst Japans. Über seine Gedanken und die Geschenke waren wir beeindruckt und angetan.
Mit dem Regionalbetreuer, Herrn Matsumoto, besprachen wir das Programm für die nächsten Tage. Dank seiner Mühe werden wir nicht nur das Stadtfest besuchen, sondern auch eine alte Burg und einen Tempel besichtigen sowie an einer traditionellen Zen Meditation teilnehmen.
Satt, glücklich und voller Vorfreude auf die nächsten Tage können wir uns nun ins Bett fallen lassen! 
Bis morgen – oyasuminasai

Ein Sommerfest auf flotten Sohlen


Beim Tanzen wollte sich das Leitungsteam dann doch lieber nicht fotografieren lassen. Foto: dsj

Freitag, 28.07.2017

Den Vormittag hatten wir zur freien Verfügung. Ein Spaziergang zum Meer und ein Kaffee in einem kleinen japanischen Lokal, dann trafen wir die Skijugend in der Stadtverwaltung. Nach einem Empfang durch den Bürgermeister und der örtlichen Sportjugend durften die Jugendlichen mit drei Tanzlehrerinnen den Tanz einüben, mit dem sie am Abend an dem großen Sommerfest mitmachen sollten. Anfangs noch etwas ungelenk, hatten die Jugendlichen den Bogen bald raus. Nach einer kurzen Pause waren wir doch etwas erstaunt, wie viele Einheimische an diesem Sommerfest teilnahmen. Laut örtlichen Angaben marschierten die Jugendlichen mit mehr als 1800 Einheimischen durch die Straßen von Joetsu. Der Zug erstreckte sich in sehr langsamem Tempo durch die Innenstadt. Melodie uns Schrittfolge wiederholten sich ständig. Durch ihre Kimonos fiel es gar nicht auf, dass in der großen Gruppe auch einige Deutsche mit marschierten.

Anschließend trafen wir beim Abendessen einen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der uns  auf leckere Austern und Gambas einlud. Gochisousama deshita!


Viel Spaß beim Sitztischtennis, Foto: dsj

Samstag, 29.07.2017

Wieder hieß es Kofferpacken, auschecken, und weiter ging es nach Sekiyama, wo wir an dem nationalen Sportjugendtreffen teilnehmen sollten. In der Halle warteten schon  über 200 Jugendliche auf das Startkommando. Doch zuerst wurden wir vor versammelter Mannschaft offiziell vorgestellt. Und dann ging es los. Rollstuhlbasketball, Sitztischtennis, Boccia und Ground Golf durften wir zusammen mit den japanischen Jugendlichen und einigen echten Rollstuhlfahrern ausprobieren. Kirsten und Lily (unsere liebe Dolmetscherin) brauchten beim Ground Golf sogar nur zwei Schläge! Nach einigen Berührungsängsten waren dann alle voll bei der Sache. Nur die Kleinspiele am Abend zogen sich etwas in die Länge, aber im Gesamten war es eine gelungene Veranstaltung. Leider mussten wir uns schon etwas früher von den Jugendlichen trennen, da wir eine andere Unterkunft haben. Das Taxi brachte uns zur „National Myoko Youth Outdoor Learning Center“, wo die Jugendlichen untergebracht sind. Nach dem Abendessen luden wir die Jugendlichen zu einer lockeren Gesprächsrunde ein,bei der Fragen und Probleme diskutiert wurden.
Den Tagesabschluss verbrachten wir im Onsen.


Das Leitungsteam mit Lily, der Dolmetscherin, Foto: dsj

Sonntag, 30.07.2017

An unserem zweiten Tag des nationalen Sportjugendtreffens besuchten wir den Naena Wasserfall, einen der 100 schönsten Wasserfälle Japans.  Der Nachmittag  begann mit einer Besichtigung der Skischanze. Dort konnten wir ein Live-Training japanischer Skispringer hautnah miterleben. Später am Nachmittag durften wir einige Könner im Fun-Park und an der Kletterwand im International Nature Outdoor Center, der einzigen outdoor-spezialisierten Sportschule in Japan, bewundern. Den Tag ließen wir mit Spezialitätenaus Niigata und mit Onsen ausklingen. Oyasuminasai.

Nach dem Bergsteigen kommt die Meditation


Rinsenji Temple, Foto: dsj

Montag, 31.07.2017

Der Blick aus dem Hotelfenster verrät nicht Gutes. Dunkle Wolken, Regen… Nach dem morgendlichen Onsenbesuch besinnt sich das Wetter eines Besseren. Schon auf dem Weg zu dem Kasugayama-Berg erste blaue Lichtblicke. Oben auf dem Berg wartet eine Burgruine von dem berühmten Shogun Kenshin Uesugi. Der Aufstieg erweist sich als eine schweißtreibende Angelegenheit – auch dank der heißen, schwülen Temperaturen. Zusätzlich zu unserem üblichen Gepäck müssen wir einen Sack Tonerde hochtragen, mit dem die Gemeindeverwaltung der Erosion, bedingt durch Wind und Wetter, Abhilfe schaffen will. Der Gipfel entpuppt sich als eine Grünfläche, von einer Burgruine ist nichts mehr zu sehen. Nach einigen Erklärungen unseres Führers machen wir uns auf dem Abstieg. Am Aussichtspunkt erwarten uns bereits einige blutrünstige Samurai. Unser Gastgeber will uns durch dieses Spektakel in die Welt der ehemaligen Krieger einführen. Einige Mitglieder der Ski-Gruppe dürfen ebenfalls in Samuraikostüme schlüpfen und zur allgemeinen Belustigung ihren Kampfschrei imitieren.


Mit der Zeit wurden die Beine geschmeidiger und die Sitzhaltung ansehnlicher, Foto: dsj

Einer der Höhepunkte unserer Japanreise war sicher die Zen-Meditation in Rinsenji Temple. Ein Ort der Ruhe, des Entspannens  -  einfach zum Runterkommen. Dass westliche Beine nicht unbedingt geeignet sind für eine Sitzmeditation, müssen einige Teilnehmer schmerzhaft feststellen. Doch unter der fachkundigen Anleitung des Mönchs kehrt sehr schnell die für die Meditation notwendige Ruhe ein.  Bevor wir uns vor den Ski-jugend trennen, können wir einen kleinen Rundgang durch das dem Tempel zugehörigen Museum machen. 

Tokio, wir kommen!

Nach einer zwei stündigen Fahrt erreichten wir Chiba, wo wir die Judogruppe treffen werden. Den Abend verbringenen wir zusammen mit Shiori, einer alten Freundin, die schon lange mit der Sportjugend verbunden ist.

Ungewohnt: Leben mit den Menschenmassen in Tokio


Gruppenfoto mit Maskottchen. Blick in die falsche Kamera, kein "Peace"Zeichen... das üben wir noch mal, Foto: dsj

Dienstag, 01.08.2017

Nach den teilweise doch sehr anstrengenden letzten Tagen erfreut uns der Eintrag im Programmheft für heute: „offenes Programm“ für das Leitungsteam! Ausschlafen, Frühstücken, Tokio entdecken.

Dass das nicht ganz so einfach ist, dass die Wege sehr lang und anstrengend sind, dass die geplanten Vorhaben nicht unbedingt umzusetzen sind, dass auf einmal Touristenmassen unterwegs sind, all dies mussten wir heute erfahren. Schon der Tempel in Asakusa erweist sich als touristischer Magnet. Die beim Tempel erforderliche Stimmung stellt sich nicht ein. Und so entfliehen wir ins Kappabashi-Viertel, wo wir profaneren Dingen nachgehen. Schon bald heißt es wieder Rückkehr zum Hotel, da die Besprechung und die Empfangszeremonie mit der Judo-Gruppe auf dem Programm stehen. Wir erleben ein herzliches Willkommen durch die Gemeinde, den Bürgermeister und die Gasteltern. Auch die Maskottchen der Stadt und Präfektur lassen sich es nicht nehmen, uns zu begleiten. Arigato gozaimas.

Erst fährt das Zimmer Karussell, dann werden sportlich die Kräfte gemessen

Mittwoch, 2. August

Was gehen einem für Gedanken durch den Kopf, wenn man morgens um 2 Uhr aufwacht und das Zimmer fährt Karussell? Alkohol kann es nicht sein – denn wir haben hier einen alkoholfreien Austausch. Zweiter Gedanke: Erdbeben. Statistisch gesehen gibt es in Japan pro Monat 73 Erdbeben, Stärke vier oder mehr. Dritte Gedanke: Was tun? Liegen bleiben? Auf die Straße rennen?


Viel Spaß bei der Bewegung mit den Kleinen, Foto: dsj

Abwarten. Dennoch sind Geist und Körper hell wach, warten auf Nachbeben. Doch nach einiger Zeit kehrt wieder Ruhe ein und wir alle schlafen weiter. Ein kleines Nachbeben gibt es noch zum Frühstück. Nach diesem aufregenden Tagesbeginn besuchen wir die Judojugend. Am Vormittag gibt es kleine Spiele mit Grundschülern, wobei die gute Organisation besonders hervorzuheben ist. Die deutschen Jugendlichen haben viel Spaß mit den Kleinen und schon bald kommt man sich näher mit Blasrohr- und Eisstockschießen, Seil-und Frisbee-Werfen. Den Abschluss bildet ein Gruppenseilspringen, das die Roten gewinnen. 


sportliches Kräftemessen, Foto: dsj

Der Nachmittag verspricht spannend zu werden. Die Judokas aus Frankfurt/Oder treffen auf die Schwarzgurte von Narashino. Gregor zeigt zuerst seine Präsentation mit der Gruppe, die dann die Gegenseite witzigerweise nachzumachen versucht. Doch dann wird es ernst. Aufwärmen, Techniktraining, Kampf. Interessanterweise reißen sich die japanischen Judokas darum, mit den Deutschen  zu kämpfen, so dass diese kaum zum Verschnaufen kommen. Es entwickelt sich eine intensive, aber sehr freundschaftliche Atmosphäre, obwohl keine Seite aufgeben will. Den Abschluss dieser Einheit bildet ein obligatorisches Gruppenfoto. 

Abgekämpft, aber frisch geduscht, tauschen sich beide Seiten über das gemeinsame Jahresthema „Fair Play: Respekt im Sport und persönlichen Umfeld" aus, wobei es sich zeigt, dass die deutschen Jugendlichen gut vorbereitet sind. 

Fazit des Tages: Klein und Groß hatten an diesem Tag viel Spaß, traten den Beweis an, dass dieser Austausch sowohl  seine sportlichen Akzente hat als auch zu einem gemeinsamen Miteinander beiträgt.