Personen

Johann Aubart ,Trier
Anmerkungen zu den Deutsch-Japanischen Beziehungen und Aktivitäten.

Der Postsportverein Trier hat als Mitglied der APV (Arbeitsgemeinschaft der Postsportvereine) sehr früh seine Mitarbeit beim Deutsch-Japanischen Simultanaustausch eingebracht. 1975 haben wir die Zusammenarbeit begonnen und im folgenden Jahr aubart-kleinbereits die ersten Jugendlichen in der Gruppe Kanto I nach Japan gesandt und im Gegenbesuch die Japangruppe in Trier aufgenommen. Als Jugendwart des Vereins war es meine Aufgabe diese Aktivitäten zu steuern und auszubauen.

Nachdem mein Sohn 1978 in Japan war, durfte ich 1980 die APV Gruppe nach Japan führen. Diese 4 Wochen haben einen sehr starken Eindruck bei mir hinterlassen und meine schon positive Einstellung weiter verstärkt. Dazu kam die Freundlichkeit dieser Menschen und besonders mit den betreuenden Personen in Funabashi.

Ich lernte dort Haru Ito kennen und habe ihn danach als meinen Japanischen Ziehvater angesehen. Er hatte die Gedanken und Visionen und wir sollten sie umsetzen. Da dies im Simultanaustausch nur schwer zu realisieren war, vereinbarten wir einen Städteaustausch zwischen Trier-Funabashi-Ageo und Chigasaki der in den folgenden Jahren sehr erfolgreich sein sollte. Teilweise fanden zwei Begegnungen in einem Jahr statt und die Zusammensetzung der Gruppen wurde immer gemischter.

Zum normalen Jugendaustausch kamen auch Besuche von Erwachsengruppen und Einzelreisenden. Als Vorstandsmitglied der Sportjugend Rheinland konnte ich 1986 die Delegationsreise nach Japan und speziell nach Shikoku mitmachen und damit unsere Beziehungen auch bei der Sportjugend Rheinland-Pfalz einbringen. Japanische Jugendliche aus unseren Partnerstädten studierten an der Universität in Trier und wurden dabei von uns betreut. Es folgten auch Besuche unter Leitung des jeweiligen Oberbürgermeisters, die natürlich auch an einer Städtepartnerschaft interessiert waren. Dieses Ansinnen war in Trier zu dieser Zeit allerdings nicht realisierbar.

Mit dem Jahre 1995 erreichten meine Aktivitäten zu Japan eine neue Klasse. Es tat sich eine weitere Möglichkeit im Sport- und Kulturellen Austausch auf. Die Stadt Nagaoka in der Präfektur Niigata gelegen, war an einem umfangreichen Austauschprogramm interessiert. Nach meinem ersten Besuch in Nagaoka habe ich unserem Oberbürgermeister diese Stadt als besonders geeignet für weitere Beziehungen empfohlen, ohne dabei die anderen Kontakte zu vernachlässigen. Aber mit dem Besuch von OB Hiura in Trier veränderte sich die Situation sehr schnell. Es wurde ein Freundschaftsvertrag geschlossen und ich wurde als Botschafter für diese Beziehungen ernannt. Das Ziel war klar, hieraus sollte ein Beziehung über alle Themen hinweg entstehen.
Der Besuch unseres OB in Japan und in den Partnerstädten war dazu sehr erfolgreich und erleichterte mir die Arbeit wesentlich, hatte man doch jetzt den Partner einmal in seiner Heimat sehen können und einen ersten Eindruck von der Japanischen Kultur erhalten. Die Begegnungen stiegen jetzt stark an und so waren wir oft 2-3 mal in Japan und konnten ebenso viele Gruppen hier begrüßen. Zum ersten Male konnten auch wir Studenten nach Nagaoka schicken und sie an der Design Universität für 3 Monate unterbringen. Mittelpunkt waren jedoch der Sport- und Jugendaustausch an dem sich auch wie bei den früheren Begegnungen Teilnehmer aus Koblenz und Mitglieder der SJR anschlossen.

Einer der Höhepunkte war die Organisation und Durchführung des Olympischen Jugendlagers in Nagano mit einem Familienaufenthalt in Nagaoka. Bei den Vorbereitungen des Olympischen Jugendlagers in Sydney, war Japan immer beim Zwischenstopp eingeplant und einige Tage wurde auch dort Programm gemacht. Die Zusammenarbeit mit der DSJ hat in dieser Zeit nicht gelitten und wir waren in Trier jederzeit zur Aufnahme von Besuchergruppen bereit. Auch mein persönlicher Einsatz sei er von Seiten der APV oder der Sportjugenden Rheinland oder Rheinland-Pfalz gekommen war ungebremst vorhanden. Die Mitarbeit in einigen Gremien oder bei der Vorbereitung in Heusenstamm oder Dieburg obligatorisch.

Mit der Gründung des Trierer Stadtlauf e.V. gingen die Jugendmaßnahmen mit Nagaoka und Japan nun überwiegend auf diesen Verein über.
Im Jahre 2001 habe ich dann nach gutem Zureden die Deutsch-Japanische Gesellschaft Trier e.V.gegründet und 2005 als Präsident die Führung übernommen. Damit haben wir ein ganz neues Kapitel zu Japan aufgeschlagen. Nun waren wir plötzlich ein Ansprechpartner für alles Japanische was uns suchte und auch fand. Das große Glück dabei war, das wir mit der Firma Japan Tobacco International in Trier einen Mäzen und Sponsor gefunden hatten, der es uns auch ermöglichte große Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. Foto- und Gemäldeausstellungen, Auftritte von Trommlergruppen, von Opernsängerinnen, Solisten, NO-Theater und schließlich Beethovens Neunte mit über 70 Japanischen Sängerinnen und Sängern.
Mit der Landesgartenschau in Trier 2004 eröffnete sich die Möglichkeit zum Bau eines Japanischen Gartens. Dass dies das wohl schwerste Stück Arbeit werden sollte, war uns damals noch nicht bekannt. Nur den großzügigen Spenden aus Nagaoka und Trier, der Unterstützung der LGS, JTI und der DJG Trier war es zu verdanken, dass wir nun diesen schönen Garten vorzeigen können. Zugänglich das ganze Jahr ist er eine Bereicherung für uns und die Besucher. Ein kleines Stück Japan, das es erlaubt, sich zu sammeln und sich zu erholen. Dass dieser Garten und der rege Austauschverkehr auch von der Bevölkerung wahrgenommen wurde, war uns nur recht, konnten wir doch jetzt die Arbeit für die Städtepartnerschaft wieder aufnehmen.

Nach dem Einverständnis des Ältestenrates der Stadt Trier war der Weg hierzu bei uns frei. Nagaoka konnte nach abgeschlossener Verwaltungsreform dann nachziehen und so wurde mein Auftrag und meine Arbeit dazu am 01.April 2006 mit der Unterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen Nagaoka und Trier gekrönt. Die gegenseitigen Besuche werden fortgesetzt. Neue Verbindungen werden geknüpft und Bestehende gepflegt. Dazu gehören die Verbindungen nach Takamatsu und Naruto wo wir mit dem Deutschen Haus eine besonders enge Beziehung aufgenommen haben. Die Zusammenarbeit mit dem Japanischen Generalkonsulat in Frankfurt ist ein Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit und für uns von großer Wichtigkeit. Da wir keine diplomatischen Grenzen beachten müssen, ist die Zusammenarbeit mit der Japanischen Botschaft in Luxemburg seit zwei Jahren ebenfalls sehr intensiviert worden und wir haben besonders im Jahre 2007 (Europäische Kulturhauptstadt)viele Veranstaltungen gemeinsam durchgeführt und dabei auch das Euro Sport Jugendcamp integriert.

Die Verbindung und Mitarbeit zum Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften (VDJG) besteht seit Gründung der DJG Trier. Die unterbrochene Mitgliedschaft soll nach der Eintragung des Verbandes als e.V. wieder aufgenommen werden.

Johann Aubart, Trier, 18.03.2008
Präsident der DJG Trier e.V.
Jugendwart Trierer Stadtlauf e.V.

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